Einblickstage Küche

Drei Tage Einblick in der Altersheimküche

Als Lernende Fachfrau Gesundheit durfte ich einige Tage in der Küche unseres Alterheims verbringen. Ich war gespannt, wie die Mahlzeiten geplant und zubereitet werden und wie wichtig die Küche für das Wohlbefinden der Bewohnerinnen und Bewohner ist.

Ich war drei Tage in der Küche, dort konnte ich mein Wissen erweitern und Praxis mit Theorie verbinden. Ich möchte euch erzählen, was ich Neues gelernt habe und was ich über die Ernährung im Alter weiss. Ebenso möchte ich erwähnen was in der Sonnhalde bei der Ernährung unserer  Bewohner:innen wichtig ist.

Da ich in der Schule das Thema Ernährung habe passten diese 3 Tage sehr gut. Ich konnte mein Fachwissen somit gleich in der Praxis nutzen.

Ernährung im Alter

Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung unterstützt Menschen möglichst lange selbständig und mobil zu bleiben. Für gesunde Menschen ab 65 Jahren gelten eigentlich die Empfehlungen der Lebensmittelpyramide. Priorität haben folgende Punkte:

  • Das Gewicht halten
  • starkes Unter oder Übergewicht korrigieren
  • für genug Flüssigkeitszufuhr sorgen
  • Täglich eiweiss-calciumhaltige Nahrungsmittel essen
  • Ausreichendes Vitamin D (durch Sonnenlicht oder supplementieren)
  • Regelmässig Früchte und Gemüse und Vollkornprodukte geniessen
  • körperlich aktiv sein (am besten draussen an der frischen Luft)
  • in Gesellschaft essen und geniessen.

Das Altern ist mit vielen verschiedenen Veränderungen verbunden.  Es können physiologische Veränderungen sein welche die Nahrungsaufnahme beeinflussen z.b das Durst- und Hungergefühl und die Fähigkeit zu schmecken und zu riechen, nehmen ab.

Es kann auch zu Veränderungen im Mund und Rachenbereich kommen. Die Schleimhäute können sich  zurückbilden oder trocken werden  und dadurch können Schluckstörungen auftreten (Dysphagie). Auch der Zahnverlust und das Tragen von Zahnprothesen beeinflussen die Nahrungsaufnahme.

Dazu können allgemein körperliche Einschränkungen wie beispielsweise Immobilität, Einsamkeit und verschiedene Krankheiten, einen Einfluss auf die Ernährung im Alter haben. Auch eine Demenz (man vergisst zu trinken oder zu essen) und die Einnahme von Medikamenten könnten dabei Einfluss  auf die Nahrung und die Nährstoffaufnahme haben.

Es ist sehr wichtig des älteren Menschen genug Proteine (Eiweisse) zu sich nehmen. Die Gefahr von zu wenig Nährstoffen ist die sogenannte Mangelernährung.

Meine Aufgaben in der Küche

Zu meinen Aufgaben in der Küche gehörte es, Gemüse zu schneiden, Speisen anzurichten sowie beim vorbereiten des Frühstücks und beim verteilen des Mittagessens zu helfen, wobei es besonders wichtig war, die Hygieneregeln genau einzuhalten. Ich lernte zudem, wie Spezialkost für Bewohner mit Diabetes oder Schluckstörungen( Dysphagie) gemacht wird. Zu Beginn war es ungewohnt, in einer Küche zu arbeiten. Doch mit der Zeit wurde ich sicherer und konnte selbstständig kleinere Aufgaben übernehmen und durfte sogar Muffins für unsere Bewohnerinnen und Bewohner selber backen, was mir besonders viel Freude bereitete. 🍰

Mein Lernzuwachs

Ich habe gelernt, dass Ernährung ein wichtiger Teil unserer Arbeit  ist und das die Zusammenarbeit zwischen Pflege und Küche eine grosse Rolle spielt. Die Küche muss auf Allergien, Diabetes mellitus, Laktoseintoleranz, Diäten, bei Schluckstörungen etc. oder auf individuelle Wünsche der Bewohner:innen Rücksicht nehmen.
Mir wurde bewusst, wie viel Planung und Organisation hinter einem Menü steckt und wie wichtig es als Fachfrau Gesundheit ist, Beobachtungen und Rückmeldungen weiterzugeben, weil gutes Essen die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner stark beeinflusst. Zusätzlich habe ich verstanden, dass Ernährung zur Förderung der Gesundheit, zur Prävention von Mangelernährung und zur Unterstützung bei Krankheiten beiträgt und dass ich als Fachfrau Gesundheit Veränderungen wie Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme oder Schluckprobleme erkennen, dokumentieren und den Fachpersonen weiterleiten muss, damit rechtzeitig Pflegemassnahmen eingeleitet werden können.

Püriertes Essen

Das Essen wird püriert, wenn Bewohnerinnen und Bewohner an bestimmten Erkrankungen leiden. Zum Beispiel bei Schluckstörungen (Dysphagie), nach einem Schlaganfall, bei neurologischen Erkrankungen wie zum Beispiel bei Parkinson oder bei allgemeiner Schwäche im Alter. Feste Nahrung kann nicht mehr sicher gekauet oder geschluckt werden und es besteht die Gefahr, dass sie sich verschlucken oder Nahrung in die Atemwege gelangt (Aspirationsgefahr). Dann wird das Essen in der Küche püriert, damit es eine weiche Konsistenz hat und leichter sowie sicherer geschluckt werden kann. Wir achten dabei darauf, dass die Speisen trotz Pürieren appetitlich angerichtet werden, zum Beispiel indem man einzelne Lebensmittel getrennt püriert und schön geformt auf dem Teller serviert. Das Auge isst ja bekanntlich mit.

Mein Fazit

Die Einblickstage in der Küche haben meine Sicht auf diesen Bereich verändert. Zuvor konnte ich mir nicht vorstellen wie viel Planung, Organisation und Sorgfalt hinter jeder Mahlzeit steckt. Ich habe grossen Respekt vor der Arbeit des Küchenteams bekommen, dass nicht nur dafür sorgt dass alle Mahlzeiten pünktlich und hygienisch korrekt zubereitet werden, sondern auch auf spezielle Allergien etc und individuelle Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner eingeht.
Besonders beeindruckt hat mich, wie viel Aufwand es bedeutet, pürierte Mahlzeiten so zuzubereiten und anzurichten, dass sie sicher geschluckt werden können, aber trotzdem appetitlich aussehen und Freude beim Essen bereiten  ein Punkt der oft unterschätzt wird.

Ich habe gemerkt, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Pflege und Küche ist, denn nur durch eine enge Kommunikation können wir sicher sein, dass Beobachtungen wie Schluckprobleme, Appetitlosigkeit, Veränderungen bei der Nahurungsaufnahme oder das Gewicht der Bewohnerinnen und Bewohner direkt weitergegeben und berücksichtigt werden. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass Ernährung nicht nur Nahrungsaufnahme bedeutet, sondern ein grosser Teil der Pflege, der Gesundheit, Lebensqualität und das Wohlbefinden unserer Bewohner:innen beeinflusst.

Insgesamt war es eine sehr lehrreiche und spannende Zeit, die mir viele neue Erkenntnisse gegeben hat. Ich würde jederzeit wieder einen Einblick in die Küche machen, weil ich so die Zusammenhänge zwischen Pflege, Ernährung und Gesundheit besser verstehen lerne. Nun erkenne ich besser, wie ich als Fachfrau Gesundheit im ersten Lehrjahr meinen Teil dazu beitragen kann, dass Bewohnerinnen und Bewohner beim Thema Ernährung gut versorgt sind.

Autorin: Nejla Sefic Fachfrau Gesundheit  1. Lehrjahr

Muffins in Bearbeitung
Fertige Muffins
Menü püriert
Püriertes "Schnitteli" (Brot mit Butter/Konfiture)